Man zahlt mit seiner Gesundheit, seinen Bequemlichkeiten usw. Natürlich weiß ich nicht, ob ich ein wichtiger Künstler bin oder nicht, jedenfalls ist mein Leben in diesem Sinne eher asketisch gewesen.
Galerie Hubert Winter freut sich, die dritte Einzelausstellung in der Galerie des in London lebenden Künstlers Stephen Skidmore zu präsentieren. Skidmore, geboren 1950, lebt im Westen Londons, wo er in einem kleinen, bescheidenen Atelier arbeitet, das die Motive und Themen seiner Arbeit beeinflusst. Seine Malereien entstehen oft vor dem Hintergrund seiner unmittelbaren Umgebung und bieten intime Einblicke in alltägliche Szenerien.
Stephen Skidmores künstlerischer Werdegang ist durch seine persönliche, einigermaßen isolierte Herangehensweise an das künstlerische Schaffen geprägt. Trotz seiner konzeptuellen Wurzeln an der Nottingham School of Art—wo er studierte und in seinem Atelier ein Café einrichtete —brachte er sich das Malen weitgehend autodidaktisch bei und entwickelte ohne formale Anleitung einen eigenen Stil. Seine Untersuchung der Wahrnehmung verbindet ihn mit malerischen Traditionen, die sich mit der Natur des Sehens und der Erfahrung der Welt befassen, wie sie im Werk von Walter Sickert und anderen britischen Maler:innen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu finden sind, die seinen Stil beeinflussten. Somit befindet sich Skidmore in einem Kontinuum des britischen Realismus, der sich weiterentwickelte, um sowohl das moderne Leben als auch Anliegen konzeptioneller Natur zu berücksichtigen.
Seine Rain Paintings, die 2009 in der Galerie gezeigt wurden, sind ein signifikantes Beispiel für sein Werk. Diese Serie von Arbeiten, die durch den Blick aus seinem Atelierfenster inspiriert wurde, fängt flüchtige Momente in einer verregneten Londoner Landschaft ein. Sein Fokus auf die Effekte des Regens, der die Szenen vor seinem Fenster verzerrt, ist ein nuancierter Kommentar zu Wahrnehmung, Erinnerung und Zeit. Diese Werke sind häufig von breiten Pinselstrichen, minimalen Farbpaletten und einem starken Wechselspiel zwischen Abstraktion und Realismus geprägt. Während sich Maler:innen wie David Hockney auf Farbe, Raum und Licht in alltäglichen Szenen konzentrierten, bieten Skidmores gedämpfte Farbpaletten und seine einsamen, introspektiven Motive einen nachdenklicheren und düsteren Blick auf die britische Stadtlandschaft—einen Blick, der die melancholische Isolation widerspiegelt, die oft mit dem städtischen Leben im späten 20. Jahrhundert assoziiert wird.
Die in dieser Ausstellung erstmals gezeigten Arbeiten knüpfen an seine letzte Ausstellung Window Paintings von 2015 an. Ihr Entstehungszeitraum erstreckt sich von 2016 bis 2020 und wird bis 2024 fortgesetzt. Einige der neuen Malereien, die entweder Landschaften oder „Spiegelungen in Pfützen auf verregneten Gehsteigen“ andeuten, setzen formal die Art und Weise fort, wie Stephen Skidmore in seinen Rain Paintings und Window Paintings Pinselstriche einsetzt. Die meisten der neuen Werke sind jedoch abstrakt und spielen mit Farben und einer dynamischen Komposition von Quadraten vor dem Hintergrund der Leinwand. Die Farbpalette und die Kompositionen suggerieren einen spielerischen Rhythmus oder ein Muster. Diese Werke erwecken den Eindruck „grober“ geometrischer Abstraktionen, die mit schnellen, intuitiven Zeichnungen oder Kritzeleien überarbeitet worden zu sein scheinen. Es hat den Anschein, als seien die Malereien nach einer Zeit der Kontemplation wieder aufgenommen und dann impulsiv mit diesen Kritzeleien überarbeitet worden.
Stephen Skidmores Malerei spiegelt eine intensive Auseinandersetzung mit der alltäglichen und emotionalen Resonanz von Orten in der britischen Nachkriegskunst wider. Seine Werke können als Teil einer Tradition verstanden werden, die den melancholischen Realismus der Nachkriegszeit, die Konzeptkunst und das Interesse der Moderne an Serialität und Prozessen umfasst und ihn zu einer einzigartigen Figur in der britischen Malerei des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts machen.
Prae oculis habeatur—Unter Beobachtung halten.









