Galerie Hubert Winter

Mary Ellen Carroll, Federal (2003)
24h film für 2 Kinos,

Weltpremiere des Films FEDERAL
Dauer der Vorführung: 24 Stunden non stop
Beginn: Mittwoch, 16.Juni 2004 9 Uhr
Eintritt: frei und jederzeit möglich
Ort: Top Kino , Rahlgasse 1 , A – 1060 Wien

Der Titel FEDERAL wird abgeleitet vom Federal Building, 11000 Wilshire, Los Angeles, das 1969 vom Architekten Charles Luckmann entworfen wurde. Das Gebäude wird in Architekturführern als die „Verkörperung von Bürokratie“ beschrieben. Historisch gesehen enthält FEDERAL viele Querverweise, die von Andy Warhols Empire bis zu Toni Negris Buch Empire reichen. Der Film selbst soll weder das Gebäude zelebrieren, noch Interpretationen zu aktuellen laufenden politischen Theorien liefern. FEDERAL zeigt ein Image, das unter den gegenwärtigen Verhältnissen weder legal noch sozial und politisch darstellbar ist.
Der Nationale Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten zentrierte seine Aktivitäten nach 9/11 auf Überwachung und Gegenüberwachung im Hinblick auf die Notwendigkeit, die Symbole der Staatsmacht zu beschützen und den öffentlichen Zugang zu deren Institutionen zu gewährleisten. Über eine Periode von mehreren Monaten sammelten sich bei der Künstlerin Stöße von offiziellen Schreiben und mediale Statements zum Thema der Protokollierung dieser Strukturen an. (Im Federal Building befinden sich das Department of Veterans Affairs, das Außenministerium, das FBI und der CIA.) Diese Dokumentation verwandelt all diese staatlichen Institutionen von Beobachtern zu Beobachteten.
Durch die parallele gleichzeitige Projektion über 24 Stunden zeigt FEDERAL seine minimalistisch reduzierten Qualitäten und durch das Insistieren auf permanente Wiederholung verschwindet der Effekt bürokratischer Autorität. Auf einer Leinwand wird die Nordfassade vom LA National Cementery (Friedhof) aus gezeigt, die Südfassade ist vom Parkplatz des Gebäudes aus zu sehen
Mary Ellen Carroll wurde 1961 in Danville, Illinois, geboren und lebt in New York City. Das Bemerkbarmachen von Repräsentation und Identifikation waren immer wesentlicher Inhalt ihres Oeuvres. Engagement in politischer und gesellschaftlicher Kritik ist der Leitfaden ihres Werkes. Im Mai arbeitet Mary Ellen Carroll an ihrem Projekt OFPC´99 im Rockefeller Estate in Bellagio, Italien – eine grosse Land- Art Skulptur, die in Houston,Texas, realisiert wird. Das MUMOK, Wien, wird in einer geplanten Ausstellung über künstlerische Arbeiten mit Architektur des 20.Jahrhunderts, kuratiert von Edelbert Köb und Claudia Dohr, Mary Ellen Carrolls houses (1997) zeigen.

FEDERAL entstand durch die Unterstützung des 2003 der Künstlerin zugesprochene Guggenheim Fellowship, der Rockefeller Foundation, Panasonic Corporation, Outpost Digital, Michael Isabell, LA National Cementery und GSA.